Geschichte
1963 richtete Rudolf Stüssi in Dällikon seinen ersten Werkplatz ein. Heute führt die dritte Generation den Betrieb.
Ohne Land war nichts zu machen
Nach dem Krieg fehlten in Zürich Wohnungen, und die Bauwirtschaft zog an. Rudolf Stüssi sah als Angestellter keine Zukunft für sich und machte sich selbständig. Das Land für die Produktion hatte er nicht. Die Gemeinde Dällikon stellte es ihm zur Verfügung, im Herbst 1963 entstand dort der Werkplatz.
Von Anfang an zählten die Termine. Wer heute anrief und übermorgen die ersten Brüstungen brauchte, bekam sie. Billig war STÜSSI selten, die Aufträge kamen trotzdem: Man wusste, dass die Firma hält, was sie zusagt.
Einer der ersten grossen Aufträge war eine Tunnelverkleidung mit einem System, das bis dahin noch niemand gebaut hatte. Die junge Firma war deutlich günstiger und bekam den Zuschlag. 1972 arbeiteten rund 120 Leute für STÜSSI, eine eigene Bauunternehmung gehörte dazu.
«…wir hatten keinen Kubikmeter Beton in Aussicht.»
1974 brach die Hochkonjunktur ein, für den Bau gab es kaum noch Arbeit. Die ausländischen Saisonniers konnte STÜSSI nicht mehr zurückholen, und manche Aufträge nahm die Firma mit Verlust an, damit die übrigen Leute beschäftigt blieben.
Über einen Schweizer mit einem Betrieb in São Paulo kam der Kontakt zum amerikanischen Konzern Kraft: STÜSSI baute in Brasilien Hallen aus Trägern und vorgespannten Elementen. Mitten in der zweiten Halle kamen ein Regierungswechsel und die Inflation. Die Auftraggeber zahlten nicht mehr, und STÜSSI hörte dort auf.
Durch die Krise half ein Grossauftrag aus dem zweiten Werk in Flüelen: die Tübbinge für den Seelisbergtunnel. Schulden hatte die Firma nie, die Löhne wurden immer bezahlt.
«Null Zuschlag und 15 % Rabatt»
Als es nur noch Aufträge mit null Zuschlag und womöglich 15 % Rabatt gab, baute STÜSSI selbst: als Totalunternehmer, mit eigenen Mehrfamilienhäusern in Dällikon. War im Werk wenig los, entstanden die Elemente für den nächsten Block, alle zwei, drei Jahre stand ein neues Haus. Als Totalunternehmer arbeitet STÜSSI bis heute.
Gleichzeitig änderte sich der Bau. Es kamen grössere Kräne, und der Beton kam aus zentralen Werken statt aus einer Anlage auf jeder Baustelle. Mitte der 80er-Jahre zogen die Computer ein, vorher lief die Buchhaltung von Hand und mit Durchschlag.
«Wenn du etwas wirklich willst, schaffst du es.»
Rudolf Stüssi wollte Bauingenieur werden. Mit 15 brach er die Sekundarschule ab und begann im November 1944 eine Lehre als Zimmermann. Die Matura bereitete er an der Abendschule vor, sie scheiterte am Französisch. Die Aufnahmeprüfung an der ETH bestand er 1951 trotzdem, Studium und Lebensunterhalt bezahlte er selbst. 1956 schloss er als diplomierter Bauingenieur ab.
Die Firma Stahlton schickte ihn zu schwierigen Baustellen nach Venezuela, Japan und Belgien. Danach übernahm er dort die Abteilung Vorfabrikation, brachte sie in Ordnung und merkte, dass er das auch für sich selbst machen konnte. 1963 gründete er die Rudolf Stüssi AG.
Zeitleiste
Vom Gründer bis zur dritten Generation.
- 1944Rudolf Stüssi beginnt eine Lehre als Zimmermann
- 1956Diplom als Bauingenieur an der ETH
- 1963Gründung der Rudolf Stüssi AG, Werkplatz in Dällikon
- 1969/70Tragstruktur für die Produktionshalle von Zweifel Pomy-Chips in Spreitenbach
- 1972Rund 120 Mitarbeitende, mit eigener Bauunternehmung
- 1973/74Parkhaus am Flughafen Kloten
- 1974Ölkrise: Kurzarbeit und Entlassungen
- um 1976Zweites Werk in Flüelen: Tübbinge für den Seelisbergtunnel
- 1977Produktionswerk in São Paulo, Hallen für den Konzern Kraft
- 1977/78Erstes eigenes Mehrfamilienhaus, Morgentalstrasse 2 und 4 in Dällikon
- 2014Tobias Stüssi steigt in den Betrieb ein
- 2021Alexander Stüssi kehrt zurück, heute leitet er die Planung

Die dritte Generation
Tobias und Alexander Stüssi führen den Betrieb heute weiter. Wer sie sind, steht auf der Seite Kompetenz.